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Le Trame/Fattoria Le Boncie – Giovanna Morganti

Aus einem Experiment wurde ein einzigartiger Chianti Classico. Und das kam so. Giovanna Morganti hat ihren Vater Enzo, einen berühmten Önologen, von Kindesbeinen an begleitet und kennt in den Weinbergen der Toskana fast jeden Winkel. Enzo Morganti arbeitete für die Kellerei San Felice in Castelnuovo Berardenga, östlich von Siena, seine Tochter folgte ihm nach dem Önologiestudium zum selben Arbeitgeber.

In den 80er Jahren untersuchte sie dort im Rahmen eines groß angelegten Forschungs- und Marketing-Projekts dort die Eignung von 300 autochthonen toskanischen Rebsorten bzw. Sortenvarianten für den modernen Weinbau. Die meisten davon sind selbst Weinexperten in aller Welt noch nie untergekommen. Brauchbar waren auch nur wenige, aber der Fundus von Erfahrungen, den Giovanna Morganti hier sammeln konnte, wurde zu einem veritablen Kapitalstock, als sie daran ging, ihr eigenes Weingut aufzubauen.

Das ist für Beobachter, die nur in Kategorien der Größe denken, nicht der Rede wert – qualitativ ist der Wein, der hier wächst, riesig. Giovannas Vater hatte ihr eine kleine Fattoria mit Olivenbäumen geschenkt, einen angrenzenden Weinberg bepflanzte sie mit den Sorten Sangiovese, Ciliegolo, Colorino, Foglia tonda Mammolo und Prugnolo – ihren Favoriten. Das großartige Ergebnis heißt Le Trame.

Denn Giovanna Morganti baut nur einen einzigen Wein aus. Das könnte ein Risiko sein, ist es aber nicht. Le Trame ist gleichzeitig traditionell und supermodern, dunkel, fruchtig, mit der richtigen Balance aus Säure und Tannin – so etwas wie eine flüssige Essenz der Toskana. Die viel zu wenigen verfügbaren Flaschen werden ihr aus den Händen gerissen.

Giovanna Morganti gilt im Chianti als eine Powerfrau. Sie kennt alle und jeden, berät hier, hilft dort aus. Und das Gutshaus der Fattoria Le Boncie hat sie zu einem schmucken kleinen Agriturismo ausgebaut. Wer nicht nur ihren höchst individuellen Chianti trinken möchte, sondern auch zusehen möchte, wie er gelesen wird, kann sich hier einmieten. Wer gar bei der Lese zupacken möchte, darf das auch und wird möglicherweise mit Rückenschmerzen, ganz sicher aber mit unvergesslichen Eindrücken belohnt.